_ blaue abfallsäcke

Wer kenn sie nicht! Wenn man erfährt, dass sie 100,000 Franken gekostet haben und immer noch kosten (!) wird einem ganz kribbelig. Ein Muss für jeden Liebhaber der Groteske sind sie allemal. Sie sitzen gemächlich auf dem Areal des Verwaltunggebäudes an der Aa, gleich neben dem Areal der Zuger Verkehrsbetriebe und nahe der Grossbaustelle Herti Stadion. Ihr Antlitz ist unübersehbar, und deshalb schaffte es diese “Installation” wohl auch bereits  in einen schweizweit vertriebenen Kunstführer. Leer schlucken sei erlaubt! Ein Durcheinander von Dutzenden von Plastiksäcken in der Grösse von Heuballen. Man frage sich, welchem Traktoranhänger dieses Gut wohl ab der Ladefläche gefallen ist. Im Verwaltungsgebäude untergebracht sind nicht wenige repräsentative Orte, wie z.B. das Handelsregisteramt oder das tagende Gericht. Es ist also davon auszugehen, dass die beschriebene Sackparade durch das offizielle Zug legitimiert und bezahlt ist. Die Umgebung des Gebäudekomplexes wird dadurch definitiv nicht aufgewertet. Dies sollte wiederum dem involvierten Gebäude- oder Gartenarchitektenteam zudenken geben.

Die blaue Plastikhülle verzieht sich in der Hitze und glänzt. Als interessierter Fotograf werde ich vor Ort verschmitzt belächelt. Die Dinger sitzen ja auch schief und in ihnen drin wächst so allerart Verwunderliches. Das Strauchgut flattert mit der Zuger Fahne um die Wette und richtet sich fotosyntesisch querbet nach der Sonne aus. Die ganze Schau besticht durch ihren ungewollten Temporärcharakter. Seit Jahren bereit endlich ausgepackt zu werden, rottet der Inhalt vor sich her. Augenfälliger ist da die Ähnlichkeit der Installation zu den nahen Baustellen in der Herti und den umliegenden Strassenabschnitten. Alle Baustellen strahlen nämlich eine unvergleichlich reale Temporärqualität aus. Sie sind hässliche Zeugen des Augenblicks, nach Vollendung lächzend.  Die Gebäude jagen in die Höhe, die Strassen in die Breite, und aus jedem unserer etwa 40 Riesensäcke wuchern aus einem Loch auf der Oberseite  zurückgestutzte oder eben gerade eingepackte Setzlinge hearus.  Damit die Säcke wieder voll zur Geltung kommen, damit man sich immer wieder an ihrer Hässlichkeit zu ergözen mag,  schneidet ein fleissiger Junggärtner die Sträucher jetzt auf den Frühling in geordnete Bahnen  zurück. Diese Kosten werden freilich gerne von uns Steuerzahlern übernommen! Vielleicht hat ja ein Vorarbeiter einmal ein Nachsehen, befreit die Pflanzen aus ihrer Verpackung und pflanzt sie dort ein wo sie hingehören – nämlich in den natürlichen Erdboden.  Sie finden ich übertreibe oder ich hätte was nicht verstanden? Bitte klären Sie mich auf: Nehmen Sie oben rechts unter dem Menü Top & Flop an meiner Umfrage teil.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.