StattGewalt Rundgang wirkt präventiv
Der diesjährige StattGewalt Rundgang ist Teil der Zug gegen Gewalt Kampagne. Das Konzept dazu wurde vor einigen Jahren vom Forumtheater Konflkitüre und dem NCBI entwickelt und wird bis heute unter deren Regie zusammen mit Behördenvertretern durchgeführt. Beim StattGewalt Rundgang handelt es sich im Prinzip um eine Art Workshop unter freiem Himmel, der die vielerorts beobachatete Problematik der fehlenden Zivilcourage in unserer Gesellschaft aufgreift. Denn Tapferkeit, Hilfsbereitschaft & richtige Strategien zur Konfliktlösung können von Jedem erlernt werden! Der Workshop ist perfekt organisiert, wird er schliesslich doch schon etliche Jahre für Interessierte in verschiedenen Städten, darunter auch in Cham, angeboten.
Zivilcourage fördern – Sicherheit gewinnen
Man begibt sich auf einen Rundgang welcher die Teilnehmer an 3 brenzlige Situation heranführt, bei welcher man überlegt und bestimmt intervenieren sollte. Dabei spielen Schauspieler realitätsnahe Konflikte nach, wie sie sich überall auf Öffentlichem Grund zutragen könnten. Für den späteren Lerneffekt wird dabei die Reaktion von einzelnen Workshopteilnehmern und die der Gruppe ermittelt, besprochen und korrigiert. Wie sehen generell die besten Strategien aus, welche dem Opfer helfen? Wie trennt man einen gewalttätigen, agressiven Täter von seinem am Boden liegenden Opfer? Wann schreitet man bei einer offensichtlichen Sachbeschädigung in einem Park ein und wer soll einem sexuell bedrängten weiblichen Opfer während der Fahrt in einem Bus der Öffentlichen Verkehrsbetriebe helfen? Die Gruppe wird vom Workshopleiter an die Szenen herangeführt und instruiert, die Szene zuerst in voller Länge bis zum jeweils bitteren Ende zu beobachten. Der am Boden liegende stirbt an inneren Verletzungen durch die Fusstritte des Täters, das anfänglich harmlose Littering artet in grosse Sachbeschädigungen aus, und die Frau im Buss wird nach anfänglicher Opfer-Paralyse beim Versuch sich aus dem Bus zu retten von den Betrunkenen verfolgt und vielleicht vergewaltigt.
Strategie im Vorfeld zurechtlegen
Diese 3 Szenen haben eins gemein: Man hätte bei allen Szenen in einem früheren Stadium intervenieren und die Eskalation verhindern können, wenn alle oder einzelne Akteure drumherum Zivilcourage gezeigt bzw. sich als mündige und veranwortungsvolle Bürger mit der Materie im Vorfeld ausandergesetzt hätten. Denn man weiss ja, dass man einmal selber Opfer eines solchen Übergriffs oder Besitzer einer Sache sein könnte, die vorsätzlich und aus Langweile demoliert wird. Beim jeweils folgenden 2. Durchlauf der Szene sind die Teilnehmer dazu angehalten, dem Lauf der Dinge durch eine Intervention eine andere Richtung zu geben, bei welcher der Täter vom Opfer und einem selbst ablässt. Hierzu gibt es sehrwohl profesionelle Strategien, die jeder kennen sollte! Jede Intervention wurde vom Workshop Leiter und zusammen mit den Teilnehmern auf deren Erfolgsaussichten und Gefahren hin analysiert. In diesem Fall konnten die Schauspieler bei einer klugen Strategie zur Vernunft gebracht oder dem Opfer entscheidend geholfen werden.
Hier die wichtigsten im Überblick:
- Die eigene Sicherheit geht immer vor. Man muss deeskaliernd einwirken. Den Täter nicht unnötig provozieren.
- Jeder ist grundsätzlich verpflichtet zu helfen. Man ruft bei Gewaltkonfrontationen unverzüglich die Polizei zur Hilfe (wer, was, wo, wieviele)
- Man ruft andere Passanten lautstark zu Hilfe (Sie dort im roten Hemd, bitte rufen Sie die den Polizeinotruf : 117
- Man versucht das Opfer aus dem Einflussbereich des Täters zu lösen (zieht das Opfer weg und haltet die eigene Hand in ausgestreckter Abwehrhaltung dem Täter entgegen während man sich zurückzieht
- Man redet beruhigend auf den Täter ein. Sagt dass Gewalt keine Lösung ist
Die Teilnahme am StattGewalt Rundgang ist sehr empfehlenswert! Mehr Informationen zu den Organisatioren und den vollständigen Verhaltensregelen finden Sie unter den nachfolgenden Links.
NCBI/ Formtheater Konfliktüre: